Montag, 4. mai 2009
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19:28
Auch heute wachte ich träge auf und auch diesen Morgen griff ich zuerst zu meiner wunderschönen Kette, die mein Schatz mir zum 1. Jahrestag schenkte, realisierte und
weinte. Unter Tränen rief ich dann meine Ma wieder an und sagte ihr, daß es mir nicht gut geht. Wieder mal versuchte sie mich mütterlich zu trösten. Zumindest schaffte sie es, daß ich aufstand
und meinen PC anschaltete. Ich saß wieder eine ganze Weile davor. Checkte meine Mails. Gedanken überfluteten mich. Es gab so viele Sachen, die ich bezüglich meines Schatzis nicht verstand. Was
unlogisch war, was in anderer Augen dreist und gemein war,… mein Gedankenwirrwarr schien unendlich und vorallem unendlich kompliziert. Wie ein Wollknäul, daß hoffnungslos verknotet war – und
trotzdem versuchte ich vorsichtig dieses Knäul zu entwirren, die Knoten zu lösen, merkte aber schnell, daß die Fäden so filigran waren, daß sie drohten zu reißen, wenn ich nur einen winzigsten
Versuch starten würde, den Knoten daraus zu lösen.
Seelenbalsam
Irgendwann klingelte mal wieder der Postbote und gab ein Päckchen für mich ab. Mein bester Kumpel hatte mir ein Päckchen
zusammengestellt. Wie lieb von ihm. Darin waren lauter gute Sachen. Chips, Chili-Bonbons, ein ausgefüllter Lottoschein, Honig. Alles liebevoll überdachte Aufmerksamkeiten um mir ein Lächeln ins
Gesicht zu zaubern. Das ist das, was Freunde ausmacht. Sie sorgen sich um einen, wenn es einem nicht gut geht und versuchen mit Kleinigkeiten einen den Tag zu erhellen. Danke, mein lieber, Danke
dafür, daß es Dich gibt und Du, wenn auch weit entfernt, an meiner Seite bist und mir ein guter und treuer Freund bist. Wie gerne hätte ich meinem Schatz überschwänglich von dieser Aufmerksamkeit
erzählt... wie gern…
Bremsmanöver und Panik im Supermarkt
Es stand mal wieder Lebensmitteleinkaufen an. Ich fuhr diesmal mit dem Wagen von meiner Schwester, da dieser schon so lange stand und
er einfach mal wieder bewegt werden sollte. Als ich losfuhr, ächzte die Bremse extremst und ich fuhr gleich wieder rechts ran um nachzusehen, was da los war. Nichts… Ich konnte natürlich mit
meinem Laien-Wissen nichts feststellten. Lediglich, daß es vorne rechts sein mußte… das Problem. Kurz darauf blickte ich auf die Tankanzeige und die war litertechnisch gen Null gerutscht. Was ich
nicht wußte war, daß die Anzeige scheinbar defekt war. Ich hoffte, daß ich noch zur nächsten Tankstelle komme, denn Liegenbleiben mit dem Auto wollte ich nun auch nicht. Meine Nerven! Wir fuhren
zur nächsten Tankstelle und ich tankte erstmal einige Liter in den Wagen. Und dann kam die Erkenntnis, daß die Füllstandanzeige vom Tank scheinbar nicht funktioniert. Naja. Meine Ma hatte ich
übrigens auch im Schlepptau und mir ging es gar nicht gut – nicht weil meine Ma dabei war, sondern weil ich wieder einer großen Herausforderung gegenüberstand. Dem Einkauf in einem Supermarkt, in
dem ich mit meinem Schatz auch oft noch schnell Samstagabends nach dem Besuch bei seiner Ma, eingekauft hatte. Da erinnerten mich die Kinder-Countries an viele schöne witzige Momente, der
Frühstücksspeck im Regal an unsere vielen schönen gemeinsamen Frühstücksorgien, abgepackte Garnelen an Schlemmerabende auf seiner Couch, an seine bombastischen Kochkünste, seine Cocos-Soße, die
Ente die wir gemeinsam schlemmten. Die „grünen Dinger“, die er und ich gerne aßen – er meinte damit Zucchini. Im Supermarkt wurde ich immer nervöser und unruhiger. Das ging so weit, daß ich meine
Ma mehr oder weniger alleine zurück ließ – ich hielt es einfach nicht mehr aus. Ich wollte nur noch raus aus dem Laden. Auf der Rückfahrt mußte ich dann auch noch von 100 auf 80 ziemlich rasch
abbremsen auf der Landstraße. Hier zeigte mir dann der Wagen meiner Schwester, daß er so gut wie keine Bremskraft mehr besaß. Dank meiner guten Fahrpraxis, konnte ich verhindern, daß der Wagen
ausbricht und wir am nächsten Baum klebten. Damit es bei der letzte Bremsaktion dieser Art blieb, wurde kurzerhand entschieden, daß der Wagen schnellstmöglich in die Werkstatt mußte. Wieder ein
Ding, was weder geplant war, noch Geld dafür vorhanden war. Aber wir wollten mit dem Wagen auch öfters mal zu meiner Schwester in die Reha-Klinik fahren – also hatten wir gar keine andere Wahl.
Glücklicherweise ist unser „Schutzengel“ Walter hier aktiv geworden und half uns auch hierbei. Wenn wir ihn nicht hätten, dann hätten wir mit Sicherheit hier und da schon verzweifelt im Eck
gehockt und überhaupt nicht mehr weiter gewußt. An dieser Stelle nochmal ein ganz liebes Dankeschön an Walter.
Dann such Dir doch 'nen anderen…
Wieder hockte ich mich abends, natürlich auch wieder total erschöpft, vor den PC und später vor den Fernseher. Via Mail brachte mich
dann ein Bekannter noch kurz zum Lachen. Er selbst ist Helikopter-Pilot – Berufspilot – und tat seine Meinung über gewisse Helikopter-Modelle zum Ausdruck. Da er selbst hauptsächlich
Triebwerk-Helikopter fliegt, sind natürlich die „kleineren“ Kinderspielzeug – was ich nicht so sehe – im Gegenteil. Dieser Kontakt hat sich ebenfalls über das Portal ergeben, wo ich meinen Schatz
kennengelernt habe – aber bei weitem nicht die fatale Tragweite, wie das, was mich mit meinen Schatz verband… Er war halt über meine Bilder gestolpert und hatte mich gefragt, ob ich selbst
fliege… naja und so kam man kurzweilig ins Gespräch. Als es ans Fachsimpeln ging, mußte ich schnell die Waffen strecken, denn ich kannte mich nicht wirklich gut aus und die Chancen, daß ich
jemals wieder neben meinem Schatz einen Flugtag erleben darf – dürften so ziemlich gering sein. Auch eine Sache, eine Begebenheit, die ich schmerzlich vermisse. Sehr sogar… „Such Dir doch nen
anderen Piloten“, hörte ich bereits von einigen Seiten – aber nein – das könnte ich einfach nicht. Ich werde für nichts mehr in der Welt in einen Helikopter steigen, es sei denn, mein Schatz
würde mich hierzu einladen und wir würden gen Himmel fliegen… wie schon so oft im letzten Sommer und so wie bei unserem beinahe Absturz im Herbst 2008.
Million miles away
Als ich so durch die Online-Welt wanderte, stockte mir kurzzeitig wieder der Atem. Mein Schatz war wieder
online. Ich starrte auf den Online-Status. Gedanken schossen mir durch den Kopf. Mein erster Impuls war, daß ich ihm einen lieben Gruß schicke – meine Angst blockierte mich aber gänzlich darin
und so schickte ich ihm in Gedanken die liebevollen Worte, die ich ihm hätte am liebsten ins Gesicht sagen wollen. Es dauerte nicht lange, da brach diese lähmende Müdigkeit wieder über mich
hinein. Es war gut, daß ich so müde war, sie hinderte mich daran nachzudenken. Ich ließ mich von der Bettschwere in den Schlaf tragen und bemerkte kaum noch meine Tränen, die auf mein großes
grünes Stoffkrokodil kullerten, welches ich wie jeden Abend eng an mich drückte, damit ich das Gefühl hatte, daß ich nicht ganz alleine in diesem großen Bett lag.
Panthera Tigris