Dienstag, 5. mai 2009 2 05 /05 /2009 17:43




Ostern 2009 war kein Vergleich zu Ostern 2008

Ich wachte wie immer auf, weinte. Ich wollte eigentlich nicht wirklich aufstehen. Wollte einfach nur im Bett liegen bleiben und hoffen, daß die Zimmerdecke auf mich draufknallt und alles vorbei ist. Da die Decke keine Anstalten machte runterzuknallen, stand ich irgendwann auf, versorgte meine Vögel und zog mich an.



Ruhelos

Am PC wimmelte ich wieder blöde Anmachen ab und dachte mir nur noch – himmel, was ist die Welt schlecht geworden. Um mich abzulenken, fuhr ich zu meiner Ma. Ich brachte ihr einen kleinen Schokohasen mit, den ich unauffällig in ihrer Küche platzierte. In Gedanken hing ich an dem, was letztes Jahr zu Ostern war bzw. wie ich Ostern mit meinem Schatzi „nachgefeiert“ habe. Dieses Ostern schien mich keiner mehr zu kennen. Kein Gruß, nichts… ich fühlte mich – zurecht – traurig und leer. Zusammen mit meiner Ma saß ich im Garten in der Sonne. Der Wind wehte recht kühl, aber trotzdem war es irgendwie warm. Aber nur äußerlich. Ich fand einfach keine Ruhe und so fuhr ich dann nach einiger Zeit wieder heim und hockte mich vor meine PC.



Vorsorglich

Um unschöne und brenzlige Situationen mit meinem Noch-Ehemann im Vorfeld im Keim zu ersticken, mailte ich meinem Noch-Ehemann, daß er nur ins Haus kommt, wenn er mir etwas unterzeichnet, wo er mir bestätigt, daß er nichts mitnimmt, was nicht vorher abgesprochen und genehmigt ist. Ich bereitete die Einverständniserklärung vor und räumte dann nach und nach ein paar Sachen von ihm in den Eingangsbereich des Hauses. Den ersten Schwung an persönlichen Sachen hatte er ja bereits gestern eingesammelt – nun stand für den morgigen Tag eine weitere „Übergabe“ an.



Vermisst

Auch heute telefonierte ich wieder lang mit einem besten Kumpel aus dem hohen Norden. Auch ein neuer Kontakt vertrieb mir die Zeit am Telefon. Ich war aber nicht wirklich bei der Sache und es war nur Blabla. Mit dem Kopf und vorallem mit dem Herzen war ich noch immer bei meinem Schatz. Das Telefonat war wie all die nervigen Telefonate, die ich sonst früher im Job hatte. Man hört zwar hin, aber auch nicht wirklich und hinterher ist man froh, daß man auflegen kann. Bin ich echt schon so weit? Hauptsache Ablenkung? Die Gespräche mit meinem besten Kumpel sind ab und zu mal schweigsam, dann wieder über gewisse Themen sehr angeregt. Eigentlich telefoniere ich überhaupt nicht gerne. Natürlich gibt es da große Ausnahmen. Meine Ma, mein Kumpel (wenn wir uns nicht gerade mal zoffen) und natürlich… ja… mit meinem Schatzi. Was habe ich die Telefonate mit ihm genossen – selbst wenn es nur kurze Sätze waren – sekundenweise. Seine Stimme. So unglaublicher Balsam. Ich bin ein sehr sinnlicher Mensch. Sinnlich im Sinne von „mit den Sinnen erleben“. Gesagtes in Melodie und Bedeutung aufsaugen wie ein Schwamm. Wieder einmal die Erkenntnis, daß mir etwas sehr wichtiges in meinem Leben fehlte.

 

 


Panthera Tigris


 

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Dienstag, 5. mai 2009 2 05 /05 /2009 17:26



 

Wer meinen Blog regelmäßig liest, weiß an dieser Stelle genau, was kommt. Genau. Aufwachen, Gedanken an meinen Schatz, Tränen. Es überkommt mich von jetzt auf gleich und es ist einfach nur noch unfair. Natürlich strenge ich mich an, daß ich da nicht ständig durchhänge, aber es geht einfach nicht. So sehr ich mich auch anstrenge. Noch nie habe ich so viel Traurigkeit empfunden. Klar, war ich schon traurig in meinem Leben, mehr als mir lieb ist, aber das was jetzt abging…



Rosenkrieg

Im Laufe des Vormittages, ich hatte mich kultiviert, die Vögel versorgt und etwas vorm PC gesessen, kam auch mal wieder der Postbote und überbrachte mir einen Brief vom gegnerischen Anwalt. Ich hatte mir schon sowas gedacht, daß mein bescheuerter Noch-Ehemann rumzicken wird, was die Terminabsage angeht. Es war auch klar, daß er wie ein kleiner beleidigter Junger zu seiner Mama rennt, bzw. zum Anwalt und dann rumheult, ich würde mich an Termine nicht halten. Der blöde Kerl. Wenn ich bedenke, wie oft er mich versetzt und verarscht hat – OHNE VORHER ABZUSAGEN. Nun hatte ich ihm aber ordnungsgemäß die Terminverschiebung mitgeteilt und ihn im Nachhinein auch mehrmals versucht zu erreichen wegen eines neuen Termins. Da der Herr sich aber zu fein ist ans Telefon zu gehen… nunja. Sein Problem. Geärgert habe ich mich natürlich trotzdem darüber. Ich rief ihn kurzerhand an und sagte ihm, daß ich sein Zeug heute vor die Tür setze und er es abholen kann.



Vor genau 1 Jahr

Später war ich dann wieder bei meiner Ma zum Essen. Ich strengte mich sehr an mit dem Essen, bekam aber kaum etwas runter. Naja, besser als gar nichts. Dann schrieb ich eine SMS an meinen Schatzi, daß ich gerade in der Sonne sitze und an ihn denke. Vor genau 1 Jahr schrieb er mir eine unglaublich liebe SMS.. u.a. mit den berühmten 3 Worten. Natürlich kullerten mir die Tränen wieder übers Gesicht.



Klinik-Tour

Nachdem ich dann einigermaßen wieder „trocken“ von Tränen war, fuhren meine Ma und ich zur Reha-Klinik um meine Schwester zu besuchen. Meine Schwester versuchte zu sprechen, was natürlich nicht funktionierte mit ihrem Trachialschnitt. Es ist das erste Mal, daß ich erlebe, daß sie reagieren kann. Sie kann mit dem Kopf nicken und schütteln – natürlich alles nur langsam. Wir leisteten ihr wieder Gesellschaft und ich erzählte ihr, was so passiert ist in der Zwischenzeit. Nach wie vor ist alles sehr anstrengend für sie und so blieben wir auch nicht zu lange, denn sie sollte sich erholen und brauchte auch ihre Zeit dafür.



Nachteule
Den Tag verbrachte ich dann – wie so oft in letzter Zeit – vor dem PC. Gegen Mitternacht telefonierte ich noch mit meinem besten Kumpel. Hauptthema war natürlich meine Situation. Wir telefonierten bis kurz vor 2 Uhr und ich hoffte, daß ich nun endlich den Müdigkeitslevel erreicht hatte, daß ich einfach nur schnell einschlafen konnte, ohne wieder nachzudenken und zu weinen. So kuschelte ich mich also an mein Krokodil und schlief dann halbwegs tränenfrei ein.

 


Panthera Tigris



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Montag, 4. mai 2009 1 04 /05 /2009 23:17




Selbes Szenario wie jeden Morgen in letzter Zeit. Ich wache auf, weine, telefoniere mit meiner Ma. Diesmal bat mich meine Ma, zum Essen vorbei zu kommen. Sie weiß genau, daß ich momentan weder Lust noch Fähigkeit habe, mich da selbst drum zu kümmern. Warum auch. Für mich ist das Nicht-Essen eine Art Selbstbestrafung für das, was ich nicht geschafft habe. Und für das, was andere mir antun. Was ich nicht geschafft habe ist die Tatsache, daß mein Schatz mir einfach nicht glauben will, daß ich ihn über alles liebe, ihn niemals einengen würde und ihn niemals betrogen und belogen habe, so wie er es auffaßt. Diese Selbstgeiselung ist fatal. Nicht nur für die Seele, sondern auch für den Körper. Aber ich kann es nicht wirklich mehr steuern. Ok, ich schau natürlich, daß ich bei Unterzucker sofort was zu mir nehme, aber ich muß mich schon anstrengen. Aus diesem Grund schau ich halt in letzter Zeit öfter bei meiner Ma vorbei – da geht’s eigentlich immer.



Recurring Thoughts

Meine Gedanken kreisen bei dem schönen Frühlingswetter wieder um meinen Schatz und um die schönen Zeiten, die wir bei so einem Wetter draußen auf seinem Balkon verbracht haben und ausgiebig gefrühstückt haben. Es tut noch immer so weh und ich frage mich nach wie vor, warum ein Mensch, der mir seine Liebe gegeben hat, meine Liebe bewußt und unbewußt angenommen hat, in der Lage ist, mir so weh zu tun. Ich komme nach wie vor nicht dahinter und begreife es einfach nicht. Vielleicht hat er mich ja auch betrogen und will sein schlechtes Gewissen auf mich projezieren? Nein. Das kann und will ich nicht glauben. Dazu sind… waren… seine Gefühle zu echt. Warum ist er so herzlos? Warum hält er so an diesem falschen Bild fest, was er von mir hat? Er müßte mich doch nach all der Zeit besser kennen. Ich begreife es einfach nicht.



Wired Thoughts

Meine Ma besorgte vom Dorfwirt 2 Forellen mit allem drumherum. Die wohl besten Forellen, die es hier in der Region zu kaufen gibt. Als die Forelle so vor mir stand, mußte ich an den Weiher von meinem Schatz bzw. seiner Familie denken und schon war ich wieder den Tränen nahe. Wir hatten schöne Zeiten am Weiher verbracht – egal ob Sommer oder Winter. An diesem Weiher wollte ich auch meine letzten 3 Birdies die gestorben waren begraben. Ich hatte ihn gefragt, ob ich das darf und er sagte selbstverständlich. Alles solche Kleinigkeiten, die weh tun, wenn die große Abrissbirne kommt und einem das Leben samt Herz zerstört. Ich war wieder an einem Punkt, wo ich mich nicht mehr zurückhalten konnte und ich klingelte bei meinem Schatz auf dem Handy durch. Es tat so unendlich gut seine Stimme zu hören. Ich wollte ihm einfach nochmal sagen, daß ihn verstehe, daß er verletzt ist, weil ich mich nicht getraut habe, sofort alles zu sagen. Wenn ich eine Affäre hätte haben wollen, dann wäre unsere Sache einfach zu ende. Peng, Boing, Aus. Dann wären meine Gefühle für ihn im Vorfeld schon weit weit weg von dem, was sie für eine Partnerschaft ausmachen. Aber so? Ich hatte nie eine Affäre gewollt und angestrebt oder was in ähnliche Richtung steuern wollen oder können…. Und warum? Genau. Weil mein Herz aufrichtig liebt und wen? Genau. Ihn. Meinen Schatz. Das ist auch der Grund, warum ich so darunter leide. Sonst würde ich es nach kurzer Zeit abschütteln können, einfach so, wie eine altes T-Shirt, dessen Tragen man satt ist. Ich fragte ihn, ob wir uns vielleicht in 2 Wochen einmal sehen könnten…ich ihn bis dahin auf jeden Fall in Ruhe lassen würde… oder telefonieren, oder ob er mir einmal mailt. Ich war so froh, daß er nicht einfach aufgelegt hatte und das ich seine Stimme hören konnte. Das war auch das einzigste, was mich wieder beruhigen konnte in diesem Moment. Er meinte, daß wir uns schon mal sehen könnten, aber nicht unter einer Termin-Setzung. Ich erklärte ihm, daß es ja kein fixer Termin sein muß… es war nur eine Richtung. Die Sehnsucht nach ihm war riesig groß. Ich bat ihn dann noch seiner Ma einen lieben Gruß auszurichten und auch seiner restlichen Familie – die mich sicherlich nach wie vor als verdorbenes, verlogenes Flittchen sahen, was ich aber nicht bin – und das alles nur, weil ein Bild von mir entstanden ist, was auf mir unfair übergestülpt wurde. Ja, ich habe meinem Schatz aus Angst nicht sagen können, daß ich bei meinem Bekannten war – weil ich Angst hatte, er würde es als Affäre sehen – trotzdem sagte ich ihm hinterher wie alles war. Ja, ich habe zu spät gemerkt, daß Peter sich Hoffnungen gemacht hat und naiverweise einige Mails geschrieben, die 2deutig verstanden werden können. Ja, ich bin ein Mensch, der Fehler macht und ich bereue das unendlich. Aber haben andere dann das Recht sich so da reinzusteigern, meinen Schatz gegen mich aufzustacheln, nur weil sie nur eine Seite kennen? Es ist auch noch eine falsche Seite, eine Seite, die nicht wirklich existiert. Es ist das gleiche wie mit dem Rassismus. Es ist ein Bild in den Köpfen der Menschen, daß sich einfach nicht ändern läßt. Das ist unfair, unmenschlich… und vorallem extremst verletztend. Diese Wunden werden nie verheilen… Himmel und ich kann nichts tun, um dieses falsche Bild zu eliminieren. Ich bin nicht so… warum glaubt mir denn keiner? Warum glaubt er mir nicht? Spürt er denn nicht, was da zwischen uns ist?



Notfallsprechstunde beim Tierarzt

An diesem Tag mußten wir mit meiner kleinen Collie-Dame, Jessy, zum Tierarzt. Wir hatten festgestellt, daß sie einen geschwollenen Oberkiefer hatte und Fressen wollte sie auch nicht wirklich mehr. Beim Tierarzt stellte man dann eine Oberkiefervereiterung fest und gab ihr Antibiotika. Da Karfreitag war, wurde ein OP für den kommenden Dienstag angesetzt. Auch bemängelte die Tierärztin den Fellzustand von meiner Jessy und empfahl uns ein Futter. Klar, daß das preismäßig hammermäßig reinschlägt. Die Futterkosten würden sich pro Tag auf 4 Euro erhöhen… Naja. Wir nahmen ein paar Dosen mit.



If I say NO – I don’t mean YES!

Den restlichen Tag verbrachte ich dann wieder am PC, dachte viel an meinen Schatz und hielt mir läßtige ONS-Angebote vom Hals. Es schien so, als hätte man eine Anzeige in der Zeitung aufgeben, wo ich für Sexdienste kostenlos zur Verfügung stehen würde. Das ist natürlich nicht so, aber es kam mir echt so vor. Vielleicht empfinde ich diese blöden Anmachen einfach nur intensiver als früher… blöd angemacht wird man als Frau ja generell, wenn man sich im Internet bewegt. Ich war wirklich genervt. Der Abend war lahm und mühsam. Im TV kam nichts und somit tippte ich an meinem Blog weiter, so lange, bis mir alles weh tat und ich dann ins Bett eierte, wo ich mich an mein Plüschkroko ankuschelte und einschlief.

 


Panthera Tigris



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Montag, 4. mai 2009 1 04 /05 /2009 20:58

 




Ich schlug die Augen auf und konnte nicht wirklich aus selbigen gucken, irgendwie waren sie verklebt und unendlich schwer. Beim Aufwachen kreisten natürlich auch heute Morgen meine Gedanken um meinen Schatz und in Gedanken wünschte ihm einen guten Morgen und streckte meinen Arm auf die leere Bettseite aus… er griff ins Leere. Nach kurzer Besinnung raffte ich mich auf und stand auf, machte mir einen Kaffee und warf den PC an. Zwar warteten ein paar Mails auf mich, die mich aber nicht wirklich wach werden ließen. Schlagartig wach wurde ich, als ich online ging in der Community, wo mein Schatz und ich uns kennengelernt hatten. Auch er war online. Wieder lähmte mich dieser Moment. Ich kam mir vor wie ein Reh, welches im Lichtkegel eines heranfahrenden LKWs steht, der laut am Hupen ist und kurz vor dem Aufprall zur Seite springt – nur merkte ich, wie ich springen wollte, aber nicht konnte.


Kurve kratzen

Den Tag verbrachte ich hauptsächlich wieder vor dem PC. Ich wollte eigentlich ein paar Bewerbungen schreiben, aber ich bekam die Kurve einfach nicht. Irgendwann mußte ich aber selbige kratzen, denn ich war mit Ma und unserem Freund Walter verabredet. Wir wollten nach dem Auto von meiner Schwester schauen, weil es ja gestern heftigst auf das Bremsen reagiert hat. Walter und ich machten eine kurze Fahrt und es war klar, daß vorne rechts die Bremsen in die Fritten gegangen ist.



Kleinigkeiten

Von meiner Schwester gab es zum Ausgleich wieder tolle Neuigkeiten. Sie kann ganz wenig lächeln, versteht, wenn man sie anspricht. Kann leicht die Beine bewegen. Schluckt auf Kommando. Es ist wohl das schönste seit vielen Wochen, was wir erleben dürfen. Nun fehlt nur noch eine andere Sache… eigentlich eine Kleinigkeit, die aber sehr bedeutsam ist. Nicht für meine Schwester, aber für mich um so mehr.



Sorge für mich

Den Abend verbrachte ich dann mit einer Tüte Chips vorm Fernseher – als das Programm zu wünschen übrig ließ, flüchtete ich wieder vor den PC. Kurz darauf bekam ich heftigste Bauchschmerzen und mir ging es überhaupt nicht gut. Ich mußte mich übergeben und all die guten Chips landeten unverdaut im Klo. Ja, auch mein Magen zeigte mir, daß es ihm nicht gut geht – überhaupt nicht gut geht. „Sorge für mich“ war seine Warnmeldung und ich nahm mir vor, auf mich und meinen Magen etwas besser zu achten.



Kurz und knapp.

Als ich dann ins Bett ging, weinte ich wieder. Herz- und Magenschmerzen gestalteten mir den Abend nicht besonders angenehm und ich hoffte, daß ich schnell neben meinem großen Stoffkrokodil einschlafen konnte.

 


Panthera Tigris


 

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Montag, 4. mai 2009 1 04 /05 /2009 19:28




Auch heute wachte ich träge auf und auch diesen Morgen griff ich zuerst zu meiner wunderschönen Kette, die mein Schatz mir zum 1. Jahrestag schenkte, realisierte und weinte. Unter Tränen rief ich dann meine Ma wieder an und sagte ihr, daß es mir nicht gut geht. Wieder mal versuchte sie mich mütterlich zu trösten. Zumindest schaffte sie es, daß ich aufstand und meinen PC anschaltete. Ich saß wieder eine ganze Weile davor. Checkte meine Mails. Gedanken überfluteten mich. Es gab so viele Sachen, die ich bezüglich meines Schatzis nicht verstand. Was unlogisch war, was in anderer Augen dreist und gemein war,… mein Gedankenwirrwarr schien unendlich und vorallem unendlich kompliziert. Wie ein Wollknäul, daß hoffnungslos verknotet war – und trotzdem versuchte ich vorsichtig dieses Knäul zu entwirren, die Knoten zu lösen, merkte aber schnell, daß die Fäden so filigran waren, daß sie drohten zu reißen, wenn ich nur einen winzigsten Versuch starten würde, den Knoten daraus zu lösen.



Seelenbalsam

Irgendwann klingelte mal wieder der Postbote und gab ein Päckchen für mich ab. Mein bester Kumpel hatte mir ein Päckchen zusammengestellt. Wie lieb von ihm. Darin waren lauter gute Sachen. Chips, Chili-Bonbons, ein ausgefüllter Lottoschein, Honig. Alles liebevoll überdachte Aufmerksamkeiten um mir ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Das ist das, was Freunde ausmacht. Sie sorgen sich um einen, wenn es einem nicht gut geht und versuchen mit Kleinigkeiten einen den Tag zu erhellen. Danke, mein lieber, Danke dafür, daß es Dich gibt und Du, wenn auch weit entfernt, an meiner Seite bist und mir ein guter und treuer Freund bist. Wie gerne hätte ich meinem Schatz überschwänglich von dieser Aufmerksamkeit erzählt... wie gern…



Bremsmanöver und Panik im Supermarkt

Es stand mal wieder Lebensmitteleinkaufen an. Ich fuhr diesmal mit dem Wagen von meiner Schwester, da dieser schon so lange stand und er einfach mal wieder bewegt werden sollte. Als ich losfuhr, ächzte die Bremse extremst und ich fuhr gleich wieder rechts ran um nachzusehen, was da los war. Nichts… Ich konnte natürlich mit meinem Laien-Wissen nichts feststellten. Lediglich, daß es vorne rechts sein mußte… das Problem. Kurz darauf blickte ich auf die Tankanzeige und die war litertechnisch gen Null gerutscht. Was ich nicht wußte war, daß die Anzeige scheinbar defekt war. Ich hoffte, daß ich noch zur nächsten Tankstelle komme, denn Liegenbleiben mit dem Auto wollte ich nun auch nicht. Meine Nerven! Wir fuhren zur nächsten Tankstelle und ich tankte erstmal einige Liter in den Wagen. Und dann kam die Erkenntnis, daß die Füllstandanzeige vom Tank scheinbar nicht funktioniert. Naja. Meine Ma hatte ich übrigens auch im Schlepptau und mir ging es gar nicht gut – nicht weil meine Ma dabei war, sondern weil ich wieder einer großen Herausforderung gegenüberstand. Dem Einkauf in einem Supermarkt, in dem ich mit meinem Schatz auch oft noch schnell Samstagabends nach dem Besuch bei seiner Ma, eingekauft hatte. Da erinnerten mich die Kinder-Countries an viele schöne witzige Momente, der Frühstücksspeck im Regal an unsere vielen schönen gemeinsamen Frühstücksorgien, abgepackte Garnelen an Schlemmerabende auf seiner Couch, an seine bombastischen Kochkünste, seine Cocos-Soße, die Ente die wir gemeinsam schlemmten. Die „grünen Dinger“, die er und ich gerne aßen – er meinte damit Zucchini. Im Supermarkt wurde ich immer nervöser und unruhiger. Das ging so weit, daß ich meine Ma mehr oder weniger alleine zurück ließ – ich hielt es einfach nicht mehr aus. Ich wollte nur noch raus aus dem Laden. Auf der Rückfahrt mußte ich dann auch noch von 100 auf 80 ziemlich rasch abbremsen auf der Landstraße. Hier zeigte mir dann der Wagen meiner Schwester, daß er so gut wie keine Bremskraft mehr besaß. Dank meiner guten Fahrpraxis, konnte ich verhindern, daß der Wagen ausbricht und wir am nächsten Baum klebten. Damit es bei der letzte Bremsaktion dieser Art blieb, wurde kurzerhand entschieden, daß der Wagen schnellstmöglich in die Werkstatt mußte. Wieder ein Ding, was weder geplant war, noch Geld dafür vorhanden war. Aber wir wollten mit dem Wagen auch öfters mal zu meiner Schwester in die Reha-Klinik fahren – also hatten wir gar keine andere Wahl. Glücklicherweise ist unser „Schutzengel“ Walter hier aktiv geworden und half uns auch hierbei. Wenn wir ihn nicht hätten, dann hätten wir mit Sicherheit hier und da schon verzweifelt im Eck gehockt und überhaupt nicht mehr weiter gewußt. An dieser Stelle nochmal ein ganz liebes Dankeschön an Walter.



Dann such Dir doch 'nen anderen…

Wieder hockte ich mich abends, natürlich auch wieder total erschöpft, vor den PC und später vor den Fernseher. Via Mail brachte mich dann ein Bekannter noch kurz zum Lachen. Er selbst ist Helikopter-Pilot – Berufspilot – und tat seine Meinung über gewisse Helikopter-Modelle zum Ausdruck. Da er selbst hauptsächlich Triebwerk-Helikopter fliegt, sind natürlich die „kleineren“ Kinderspielzeug – was ich nicht so sehe – im Gegenteil. Dieser Kontakt hat sich ebenfalls über das Portal ergeben, wo ich meinen Schatz kennengelernt habe – aber bei weitem nicht die fatale Tragweite, wie das, was mich mit meinen Schatz verband… Er war halt über meine Bilder gestolpert und hatte mich gefragt, ob ich selbst fliege… naja und so kam man kurzweilig ins Gespräch. Als es ans Fachsimpeln ging, mußte ich schnell die Waffen strecken, denn ich kannte mich nicht wirklich gut aus und die Chancen, daß ich jemals wieder neben meinem Schatz einen Flugtag erleben darf – dürften so ziemlich gering sein. Auch eine Sache, eine Begebenheit, die ich schmerzlich vermisse. Sehr sogar… „Such Dir doch nen anderen Piloten“, hörte ich bereits von einigen Seiten – aber nein – das könnte ich einfach nicht. Ich werde für nichts mehr in der Welt in einen Helikopter steigen, es sei denn, mein Schatz würde mich hierzu einladen und wir würden gen Himmel fliegen… wie schon so oft im letzten Sommer und so wie bei unserem beinahe Absturz im Herbst 2008.



Million miles away

Als ich so durch die Online-Welt wanderte, stockte mir kurzzeitig wieder der Atem. Mein Schatz war wieder online. Ich starrte auf den Online-Status. Gedanken schossen mir durch den Kopf. Mein erster Impuls war, daß ich ihm einen lieben Gruß schicke – meine Angst blockierte mich aber gänzlich darin und so schickte ich ihm in Gedanken die liebevollen Worte, die ich ihm hätte am liebsten ins Gesicht sagen wollen. Es dauerte nicht lange, da brach diese lähmende Müdigkeit wieder über mich hinein. Es war gut, daß ich so müde war, sie hinderte mich daran nachzudenken. Ich ließ mich von der Bettschwere in den Schlaf tragen und bemerkte kaum noch meine Tränen, die auf mein großes grünes Stoffkrokodil kullerten, welches ich wie jeden Abend eng an mich drückte, damit ich das Gefühl hatte, daß ich nicht ganz alleine in diesem großen Bett lag.

 

 

Panthera Tigris

 

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  • : Panthera Tigris, eine Frau im besten Alter, gutaussehend, intelligent mit vielen Talenten und... mit 2 gescheiterten Ehen im Lebenslauf. Sarkastisch spiegelt sie ihr Leben und wie sie selbiges meistert (oder auch nicht) auf die ein oder andere Art wider. Panthera Tigris eine Frau, die nicht nur einmal im Leben ihren Mann stehen mußte.
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