Wie sollte es anders sein. Tränen kullerten, als ich diesen Morgen aufwachte. Wieder griff ich in der Früh zum Telefon und holte mir
Trost bei meinem besten Kumpel und meiner Ma. Ich startete wie immer routinemäßig in den Tag.
Klinik-Tour
Mittags fuhr ich dann zusammen mit meiner Ma in die Klinik zu meiner Schwester. Heute setzten wir uns mit ihr in die Caféteria und
meine Schwester aß ihr erstes Eis. Es war ein unglaublich schöner Anblick. Das Bewußtsein, daß sie alleine in der Lage war zu essen, war grandios. Klar. Momentan wird sie zusätzlich noch über
die Nasensonde ernährt, aber das Essen muß ja auch erst wieder richtig trainiert werden. Für uns macht sie einfach bombastische Fortschritte. Vor einigen Wochen bangten wir noch um ihr Leben –
ob sie die nächsten Stunden überhaupt überleben wird und jetzt… Jetzt saßen wir mit ihr in einer Klinik-Caféteria und aßen Eis. Auch machten wir den ersten „Ausflug“ auf die Dachterrasse, damit
meine Schwester mal ein wenig Frischluft schnuppern konnte. Da meine Schwester ein Ess-Training absolvierte, durfte sie nun auch mal sowas wie eine Scheibe Wurst essen. Sie „orderte“ bei meiner
Ma ihre Lieblingswurst, die sie eigentlich seit unzähligen Jahren schon nicht mehr gegessen hatte. Als meine Ma mit der Wurst wieder auftauchte, verschwand nach Rücksprache mit dem
Pflegepersonal, 1 Scheibe Wurst. Es machte einfach nur Spaß ihr zuzusehen. Wir waren so froh.
Begegnungen
Auf dem Rückweg von der Klinik heimwärts, hatten wir auf der Autobahn eine Begegnung mit der 3. Art. Genauer gesagt mit einem
Erlkönig. Ich vermutete die neue Variante des BMW X6. Schade, daß ich meine Kamera nicht dabei hatte, denn das wären Bilder gewesen, die locker einen dicken Batzen Geld eingebracht hätten. Aber
gut. Alleine schon das Vergnügen zu haben, einem Erlkönig auf der Straße zu begegnet zu sein war schon toll.
Panthera trifft auf Tigerchen
Als ich daheim ankam, stieg ich aus meinem Auto aus und stolperte fast. Der Grund war ein kleines süßes Kätzchen, welches sich an
meine Waden kuschelte. Wo kam die Kleine denn her? Neugierig ging sie durch die Haustür, als ich diese öffnete. Angst um meine Birdies hatte ich nicht – die waren eh in einem Zimmer und ich war
davon überzeugt, daß die kleine Mieze nicht in der Lage war, Türen zu öffnen. Sie schaute sich im Haus um, ging nach oben, trabte wieder ins Erdgeschoss, maunzte und ging dann wieder raus. Ich
hatte die Haustür solange offen gelassen. Sie drehte sich nochmal um als wollte sie sagen „hey, is‘ echt schön bei Dir…“ und wälzte sich dann im Sand vorm Haus.
This, Those, That
Ich machte mich wieder daran an meinem Blog weiter zu schreiben. Telefonierte mit meinem Kumpel und chattete mit einem Holländer. Perfekt, denn wir unterhielten uns auf Englisch. Eine schöne Übung, um mein Englisch etwas aufzufrischen. Er ist Musiker, spielt Klavier und hat genau wie ich ein Bündel an Problemen, welches er mit sich herum schleppt. Welcome to the jungle. Zwischendurch mußte ich immer wieder an meinen Schatz denken. Viel zu viele Erinnerungen peitschten in mir hoch und die Sehnsucht nach ihm wuchs wieder mit jeder weiteren Minute ohne ihn.
Panthera Tigris
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