Heute wachte ich wieder in diesem „ich-fühle-mich-wie-gelähmt“-Zustand auf. War es die Pizza? War es die Traurigkeit? Keine Ahnung – wohl eine Mischung aus allem
–wieder mal. Ich versuchte mich dann mit einem Kaffee auf Betriebstemperatur zu bringen, was nur schwer gelang. Aber irgendwann war ich dann doch einigermaßen
fit.
Pimpin‘ myself for better
Ich kultivierte mich dann, hübschte mich etwas auf, denn heute wollten wir mal wieder in die Klinik zu meiner Schwester und ich dachte
mir, daß ich vielleicht einfach mal von Außen her etwas positives „auftrage“ –vielleicht fühle ich mich ja dann auch besser. Während ich mich so fertig machte, kamen wieder viele Kleinigkeiten
hoch, die mich an meinen Schatz erinnerten. Statt einen Herzenshoppser auszulösen vor Glück, stachen mir diese Erinnerungen immer wieder tief ins Herz.
Klinik-Tour
Als wir in der Klinik ankamen, gingen wir gleich mit meiner Schwester in die Cafeteria, wo wir jeder ein großes Eis mit Sahne
verdrückten. Vorher führte meine Schwester noch meine Hand an ihren Kopf. An die Stelle, wo noch immer die Schädelplatte fehlte. Ich erschrak, ließ es mir aber nicht wirklich anmerken (bilde ich
mir jedenfalls ein). Ich hatte noch nie so etwas ungewöhnliches „ertastet“. Ich hatte Angst, daß ich die empfindliche Gehirnmasse beschädigte… sie fühlte sich weich an… gab nach. Nein, ich habe
natürlich nicht drauf herumgedrückt. Ich glaube gar, daß ich sie so gut wie kaum berührt hatte und zog meine Hand auch schnell wieder weg. Ich hatte einfach Angst, daß ich ihr weh tun könnte. In
der Cafeteria kam ich mal wieder zu der Erkenntnis, daß es eins der schönsten Eis-Essen-Szenen war, die ich je mit meiner Schwester und meiner Ma hatte. Als wir später wieder im Zimmer meiner
Schwester waren, kam überraschender und erfreulicherweise unser gemeinsamer Freund Walter vorbei. Auch Manuela freute sich ihn zu sehen. Er ist so ein liebenswerter und warmherziger Mensch. Eine
der Sorte Menschen, auf dessen Gegenwart man sich immer freut.
Ein neuer Platz und alte Erinnerungen
Nach einer Weile fuhren meine Ma und ich wieder heim und den frühen Abend verbrachte ich dann damit, am alten Kanal Spazieren zu
gehen. Ich genoß die letzten Sonnenstrahlen und dachte viel nach. Setzte mich an der „Himmelsleiter“ auf eine Bank und schaute runter auf das Dorf, in dem meine Mutter wohnte. Ein herrlicher
Platz – schade, daß ich ihn nicht vorher schon entdeckt hatte. Meinem Schatz hätte er sicher sehr sehr gut gefallen. Genau wie mir seine „Bank“, auf der wir damals im Frühling saßen und die
Himmelslaternen haben steigen lassen, Gitarre spielten, u.a. spielte ich Dirty old Town, Schokoriegel verdrückten und Radler tranken… einfach glücklich in die Nacht schauten.
Wir….
Experiment
Mich plagte der Hunger und so sah ich zu, daß ich noch etwas zu Futtern bekam. Experimentellerweise aß ich auswärts. Bestellte mir in
einem Bistro in der näheren Stadt einen Teller Schinkennudeln. Ich verdrückte die riesige Portion und machte mich dann kurz darauf wieder auf den Heimweg. Es war schon ein komisches Gefühl, denn
solche Aktivitäten sind mir im „Soloauftritt“ richtig fremd geworden.
… fehlgeschlagen
Als ich daheim war, plagte mich erneut meine Verdauung. Ich bekam Durchfall. Meine Nerven? Sicherlich. Ich telefonierte dann noch mit meinem besten Kumpel und begab mich einige Zeit später auch ins Bett. Ich wollte nicht mehr nachdenken über all das, was passiert war. Ich wollte einfach nur noch schlafen. Am besten die nächsten 20 Jahre… oder gar länger… oder für immer.
Panthera Tigris
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