Samstag, 16. mai 2009 6 16 /05 /2009 19:59




Heute wachte ich wieder in diesem „ich-fühle-mich-wie-gelähmt“-Zustand auf. War es die Pizza? War es die Traurigkeit? Keine Ahnung – wohl eine Mischung aus allem –wieder mal. Ich versuchte mich dann mit einem Kaffee auf Betriebstemperatur zu bringen, was nur schwer gelang. Aber irgendwann war ich dann doch einigermaßen fit.



Pimpin‘ myself for better

Ich kultivierte mich dann, hübschte mich etwas auf, denn heute wollten wir mal wieder in die Klinik zu meiner Schwester und ich dachte mir, daß ich vielleicht einfach mal von Außen her etwas positives „auftrage“ –vielleicht fühle ich mich ja dann auch besser. Während ich mich so fertig machte, kamen wieder viele Kleinigkeiten hoch, die mich an meinen Schatz erinnerten. Statt einen Herzenshoppser auszulösen vor Glück, stachen mir diese Erinnerungen immer wieder tief ins Herz.



Klinik-Tour

Als wir in der Klinik ankamen, gingen wir gleich mit meiner Schwester in die Cafeteria, wo wir jeder ein großes Eis mit Sahne verdrückten. Vorher führte meine Schwester noch meine Hand an ihren Kopf. An die Stelle, wo noch immer die Schädelplatte fehlte. Ich erschrak, ließ es mir aber nicht wirklich anmerken (bilde ich mir jedenfalls ein). Ich hatte noch nie so etwas ungewöhnliches „ertastet“. Ich hatte Angst, daß ich die empfindliche Gehirnmasse beschädigte… sie fühlte sich weich an… gab nach. Nein, ich habe natürlich nicht drauf herumgedrückt. Ich glaube gar, daß ich sie so gut wie kaum berührt hatte und zog meine Hand auch schnell wieder weg. Ich hatte einfach Angst, daß ich ihr weh tun könnte. In der Cafeteria kam ich mal wieder zu der Erkenntnis, daß es eins der schönsten Eis-Essen-Szenen war, die ich je mit meiner Schwester und meiner Ma hatte. Als wir später wieder im Zimmer meiner Schwester waren, kam überraschender und erfreulicherweise unser gemeinsamer Freund Walter vorbei. Auch Manuela freute sich ihn zu sehen. Er ist so ein liebenswerter und warmherziger Mensch. Eine der Sorte Menschen, auf dessen Gegenwart man sich immer freut.



Ein neuer Platz und alte Erinnerungen

Nach einer Weile fuhren meine Ma und ich wieder heim und den frühen Abend verbrachte ich dann damit, am alten Kanal Spazieren zu gehen. Ich genoß die letzten Sonnenstrahlen und dachte viel nach. Setzte mich an der „Himmelsleiter“ auf eine Bank und schaute runter auf das Dorf, in dem meine Mutter wohnte. Ein herrlicher Platz – schade, daß ich ihn nicht vorher schon entdeckt hatte. Meinem Schatz hätte er sicher sehr sehr gut gefallen. Genau wie mir seine „Bank“, auf der wir damals im Frühling saßen und die Himmelslaternen haben steigen lassen, Gitarre spielten, u.a. spielte ich Dirty old Town, Schokoriegel verdrückten und Radler tranken… einfach glücklich in die Nacht schauten. Wir….



Experiment

Mich plagte der Hunger und so sah ich zu, daß ich noch etwas zu Futtern bekam. Experimentellerweise aß ich auswärts. Bestellte mir in einem Bistro in der näheren Stadt einen Teller Schinkennudeln. Ich verdrückte die riesige Portion und machte mich dann kurz darauf wieder auf den Heimweg. Es war schon ein komisches Gefühl, denn solche Aktivitäten sind mir im „Soloauftritt“ richtig fremd geworden.



… fehlgeschlagen

Als ich daheim war, plagte mich erneut meine Verdauung. Ich bekam Durchfall. Meine Nerven? Sicherlich. Ich telefonierte dann noch mit meinem besten Kumpel und begab mich einige Zeit später auch ins Bett. Ich wollte nicht mehr nachdenken über all das, was passiert war. Ich wollte einfach nur noch schlafen. Am besten die nächsten 20 Jahre… oder gar länger… oder für immer.

 


Panthera Tigris

 


von Panthera Tigris - veröffentlicht in: mein Tag, mein Leben - Community: Alltagswahnsinn
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