Heute Morgen stand ich wieder hundemüde auf. Auch heute wieder die übliche Routine mit anschließendem „Larifari-Vormittag“. Unmotivert hockte ich vor meinem PC und versuchte irgendwie die Zeit herumzukriegen.
Herz in der Hand
Nachmittags war etwas Abwechslung angesagt und ich hatte mal nach 6 Wochen wieder einen Frisörtermin. Auch hier sah man mir an, daß es mir nicht gut ging – nicht das man es mir sofort im Gesicht
ablesen konnte, aber die Struktur meiner Haare hat eben auch entsprechend reagiert. Das geht bei mir immer sehr schnell… Meine Haare sind sozusagen ein Indikator. Selbst die Grauen sind mehr
geworden schlagartig. Vögel haben bei kritischen Lebenssituationen eine Schockmauser und verlieren ihr Federkleid. Ich habe wohl sowas ähnliches… nur das ich keine Federn, sondern meine Haarfarbe
verliere. Aber da ich meine Haare eh färben lasse, ist das nicht so sonderlich tragisch. Man war auch hier ziemlich baff über die Entwicklungen. Meine Frisörin fragte schon ganz aufgeregt am
Anfang des Termins, wie es mir und meinem Schatz geht. Ich schluckte und brauchte eigentlich nichts sagen. Sie fragte gottseidank nicht weiter nach. Das Ergebnis vom Frisörtermin war wie immer
sehr klasse und ich erinnerte mich mit meinen frisch geglätteten Haaren an den Tag, wo mein Schatz und ich – damals noch mit meinem Noch-Mann im Schlepptau – auf das Volksfest fuhren, zuvor waren
wir beim Japaner Sushi essen. Wehmut umklammerte mich wieder einmal. Ich sah umwerfend toll aus aber fühlte mich wirklich sehr unglücklich.
Fang es auf, halt es fest oder schmeiß es einfach weg
Diese
Leere und Traurigkeit macht mich noch wahnsinnig. Immer wieder kommen kleine Momente hoch, die mich an unsere Zeit erinnern. Kleine Gesten von ihm, Worte, Sätze, Blicke, Berührungen. Ich versuche
es nach wie vor zu steuern, daß ich es zwar zulasse, diese wunderschönen Erinnerungen, aber daß sie mich nicht aus der Bahn werfen. Das ist wie Schwimmen ohne Wasser. Wie Helikopterfliegen ohne
Sicht. Wie eine Musikkneipe ohne gute Band. Wie ein Hütehund ohne seine Herde.
Vielleicht brauch' ichs gar nicht mehr
Ich setzte mich frisch gestylt vor meinen PC, aß ein paar
Chips und trank meine Bio-Limo und auch hier kroch die Einsamkeit und die Traurigkeit aus den Löchern. Jegliche Ablenkungsversuche schienen zu scheitern. Es gab nur noch eine Möglichkeit. Ich
schrieb an meinem Blog weiter und ging anschließend ins Bett. Wie soll das alles nur weitergehen. Klar, ich hatte früher auch schon mal Liebeskummer – davor ist kein Mensch geschützt, aber das…
das war etwas anderes. Etwas, was ich noch immer nicht fassen konnte…
Panthera Tigris
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