6 Uhr und er Tag beginnt. Ich wälze mich in meinem Bett hin und her und versuche mir vorzustellen, daß dieses große grüne Stoffkrokodil mein Schatz ist; ganz eng kuschel ich mich ran. Gedankenmüll baut sich auf. Angst die in Panik endet. Sehnsucht, die tief im Herzen sitzt und schmerzt. Ich vermisse ihn so sehr. Ich kann mich nicht daran erinnern, einen Menschen je so vermißt zu haben. War eine Sache vorbei – war sie eben vorbei. Das bekam ich emotional recht schnell hin. Aber das… Obwohl sich dieses Ohnmachtsgefühl breit macht, versuche ich immer wieder einzuschlafen, um nicht an ihn denken zu müssen. Fehlversuche. Gegen 8.30 greife ich blind zu meinem Mobil-Teil meines Telefons und rufe meine Ma an. Sie soll mir einen Halt geben, damit ich nicht drohe wieder in dieses Loch zu rutschen. Sie holt mich mit Worten in die Realität zurück. Alleine hätte ich es heute nicht geschafft. Also stand ich dann auf und trank erstmal einen Kaffee, danach beantwortete ich ein paar Mails. Es war wie immer.
Klinik-Tour und ...
Gegen Mittag fuhr ich dann zu meiner Ma und wir aßen gemeinsam etwas.
Anschließend fuhren wir wieder zu meiner Schwester. Ich wußte, daß ich heute sehr sensibel für noch so kleinste Details bin. So war es kaum verwunderlich, daß ich hart schlucken mußte, als wir
bei der Klinik ankamen, meine Schwester im Park spazieren fuhren und am Helipad vorbeikamen, welches extra für die Klinik dort hingebaut wurde. Wieder diese schmerzlichen Erinnerungen.
Erfreulicherweise macht meine Schwester weiterhin Fortschritte. Sie kann nun ganz kurze Zeit alleine stehen. Nach dem Spaziergang aßen wir unser Ritual-Eis in der Klinik-Cafeteria. Auf dem
Heimweg war ich wieder gedankenverloren und stumm. Dieses Szenario ist nichts neues.
...schmerzliche Erinnerungen
Meine Ma erwähnte auf der Rückfahrt noch, daß heute ein richtiges Freibadwetter sei. Natürlich konnte sie nicht wissen, daß mein Schatz regelmäßig ab Saisonstart ins Freibad geht und seinen
Körper trainiert. Er hat so einen knackigen Po und eine gute Figur. Das erste mal, daß mir bei einem Mann die Spucke weggeblieben ist. Auch liebte ich das Ergebnis, was dank der Sonne den
Unterschied von Bereich „bedeckt durch Badehose“ und „ohne Badehose“ ausmachte. Natürlich wußte ich, spürte ich, daß mein Schatz heute ins Freibad gegangen ist. Freibad mit ihm ist ein Projekt
gewesen, was ich so gerne dieses Jahr mit ihm gemacht hätte. Aber er gab mir ja keine Chance mehr dazu. Wie gerne wäre ich mal mit ihm mitgegangen.
Hold on...
Den restlichen Abend verbrachte ich wie sooft, alleine daheim am PC im stetigen Wechsel
mit dem TV und als ich müde genug war, ging ich ins Bett.
Panthera Tigris
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