Heute wachte ich wieder sehr früh auf und hatte wie immer diese Gedanken und diese Traurigkeit in mir. Das bin nicht mehr ich. Mit geschlossenen Augen legte ich
meine Hand auf die Nachbarseite im Bett. Sie griff ins Leere. Ich öffnete meine Augen und realisierte … er ist fort… ich kneifte meine Augen zusammen, wälzte mich umher und wünschte mir
inständig, daß das endlich aufhört…. Da lag ich nun. Zerbrochen an einem Mann, der mir alles gab und alles nahm.
we'll do it all
Irgendwann stand ich auf und schaltete meinen PC an, kochte mir meine Kaffee und wurde langsam wach. Meinen besten Kumpel aus dem hohen Norden rief ich dann an. Ich weckte ihn – aber er hatte mir
grünes Licht gegeben, daß ich immer zu jeder Tag- und Nachtzeit anrufen kann, wenn mir danach ist. Ich schilderte ihm meine Gefühlswelt…
Let's waste time
Ich beschloss dann, daß ich eine kleine Flucht anstelle. Ich mußte raus. Einfach raus. Ich buchte mir im Internet ein Bahnticket – obwohl es finanziell echt nicht drin war – aber das war mir
jetzt egal. Was hatte ich schon zu verlieren? Würzburg sollte mein Ziel sein. Einfach so. Jetzt war ich sozusagen gezwungen, aktiv zu werden, denn sonst hätte ich 30 Euro aus dem Fenster
geworfen. Eigentlich wollte ich mit dem Regionalzug fahren, aber da wäre ich viel zu lange unterwegs gewesen. Schätzomativ 2-3 Stunden. Das wollte ich mir ersparen – also gabs statt dem 20 Euro
Single-Ticket für 2 Fahrten eben das ICE-Ticket für 30 Euro pro Fahrt. Vielleicht komme ich ja auch gar nicht mehr zurück. Wer weiß. Das Rückfahrticket habe ich mir aus diesem Grund nicht
gekauft. Bevor ich meinen kleinen Wagen am
Parkplatz vom Bahnhof abstellte, holte ich mir noch etwas zu Essen an der Tankstelle. Eine Breze. Ich hatte nämlich ganz vergessen zu frühstücken. Als ich dann so am Bahnsteig stand und auf
meinen Zug wartete, mußte ich realisieren, daß wohl der Fußballclub aus der Großstadt in meiner Nähe ein Heimspiel hatte. Zig Fans überfüllten den Zug. Na toll. Ob das wirklich so eine gute Idee
war mit der Zugfahrt ins Ungewisse? Ich zweifelte.
I don't quite know
Da ich erst mit der S-Bahn in die City fuhr, mußte ich ergo nochmal umsteigen. So stand ich dann mehr oder weniger verloren am Bahngleis und versuchte zu verstehen, warum mein „Wagen“ nicht
auffindbar war. Ich realisierte, daß ich schlichtweg auf dem falschen Gleis stand. Oh weh. Abfahrt „meines“ richtigen Zuges war in 2 Minuten. Ich rannte auf den anderen Bahnsteig und sprang
gerade rechtzeitig noch in den Zug. Jetzt suchte ich erstmal meinen Wagen, den ich dann auch fand. Dann meinen reservierten Sitzplatz. Super. Da saß schon jemand. Ich machte höflich darauf
aufmerksam, daß ich den Platz reserviert hatte und der Typ der auf meinem Platz saß, motzte herum. Ich sagte ihm, daß wir das gerne mit dem Schaffner klären können. Er räumte motzend das Feld.
Dann stellte sich heraus, daß dieser Platz gleich mehrmals schon reserviert war und der Mann scheinbar schon öfters „weggescheucht“ wurde – obwohl er den Platz auch reserviert hatte. Der
Schaffner bot mir an, mit in der Lounge Platz zu nehmen – ich lehnte dankend ab. Eine noch blödere Anmache gabs echt nicht mehr… Naja.
Would you lie with me and just forget the world?
Als ich in Würzburg ankam, war das Wetter leider nicht mehr ganz so schön und ich beschloss, erstmal ein Café aufzusuchen. Gesagt getan. Ich hockte am Fenster und orderte einen Latte Macchiato.
Ich träumte vor mich hin. Teilweise dachte ich, ich sei gar nicht alleine unterwegs, sondern mit meinem Schatz, der nur mal eben ums Eck war… Das
Wetter zog sich weiter zu und es begann zu regnen. Ich beschloss dann meine Tour abzubrechen und einen Zug heimwärts zu nehmen.
To find my own
Daheim angekommen war ich ziemlich erledigt. Die Idee war nicht wirklich gut
gewesen – aber es war eben ein Versuch. Den restlichen Abend verbrachte ich vorm TV und schlief dann auch prompt auf dem Sofa ein… wie in alten Zeiten bei meinem Schatz, nachdem wir beide unser
köstliches Abendessen genossen hatten…
Panthera Tigris
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