Mittwoch, 27. mai 2009 3 27 /05 /2009 19:29




Müde blinzelte ich an diesem Morgen durch das Fenster in meinem Schlafzimmer. Wieder war die Nacht herum und ich verspürte auch diesen Morgen das, was ich nicht mehr spüren wollte. Die Sehnsucht nach meinem Schatz. Ich hatte die Bilderslideshow zwischenzeitlich komplett vollendet und machte mir meinen morgendlichen Kaffee und schaute mir mein Werk nochmals an. Ich weiß, ich hätte mir diese Selbstkasteiung ersparen sollen, aber so wußte ich nach wie vor, wie ich zu ihm stehe. Ein rationell denkender Mensch würde wohl alles aus seinem Leben löschen, was mit dieser Traurigkeit und Sehnsucht zusammen hängt. Aber was bringt mir das Löschen und Eleminieren, wenn die Gefühle und Erinnerungen immer wieder aufkeimen? So einfach war das eben nicht.



Nerviges

Damit ich wieder ein wenig zurück in die Realität finde, tat ich mir mal wieder das Vergnügen mit der Telekom zu telefonieren an. Es ging darum, daß ein von meinem Konto abgebuchter Betrag wieder zurück gebucht wird, da nicht ich zu dem Zeitpunkt der Kostentstehung Vertragspartner war, sondern mein Noch-Ehemann. Man werde sich darum kümmern. Oder auch nicht, wie ich später erfahren sollte.



Kompliziertes

Dann fand etwas statt, was mich auf der einen Seite glücklich machte, auf der anderen Seite aber auch traurig. Ein Telefonat mit meinem Schatz. Das Gespräch war nicht wirklich glücklich und er meinte irgendwann, ich soll ihn nicht beschimpfen… Ich war geschockt, denn ich habe ihn nicht beschimpft. Wie kam er darauf? Ich blieb mit liebevoller und ruhiger Stimme in der Leitung und erklärte ihm nochmals alles. Ich erfuhr, etwas, was mich sehr belastete und zwar,  daß ich mir öfters eine Auszeit nehme, hatte meine Ma wohl zu ihm gesagt…. Sicherlich ist das hier auch wieder so ein Missverständnis, denn ich kann mir vorstellen, daß sie meinte, daß ich mich schon öfter mal nicht jeden Tag gemeldet hatte. Was er ja genauso handhabte. Ich machte mir früher mal Sorgen um ihn, weil er sich nicht gemeldet hatte und rief damals seine Ma an. Nein, ich wollte nicht hinterherspionieren – warum sollte ich? Ich hatte mir nur Sorgen gemacht, weil ich zum damaligen Zeitpunkt noch nicht wirklich viel über ihn wußte. Später sprach ich meine Ma  auf diese Aussage an und es war tatsächlich so. Aber klar, mein Schatz dachte dann halt, nachdem ich ihm sagte, ich habe mir so eine Auszeit noch nie genommen, daß ich ihn schon wieder mal anlüge, weil meine Ma eben etwas anderes gesagt hat. Das ist einfach nur noch unfair – er bildet seine Meinung über mich, ohne mit der Person darüber zu reden, die es wirklich und am ärgsten betrifft – nämlich mich.… himmel – warum sind die noch so kleinsten Sachen einfach gegen mich? Ich sagte ihm noch, daß ja bald die Freibäder aufmachen und er dann wieder fleißig schwimmen gehen soll… er seine Familie grüßen soll und auch seine Ex-Freundin. Ich sprach ihn auf die Karte an, die er mir schenken wollte, die ich dann in seinem Büro zufällig gesehen hatte, weil sie so offen herumlag und er damals enttäuscht war, daß ich sie gesehen hatte, weil er mich damit überraschen wollte. Diese Karte habe ich nie bekommen. Dann ging es um die Geschenke von seiner Ex-Freundin und er sagte, daß er immer gesagt hat, daß die Geschenke von Silvia waren – ja – aber wie sollte ich ihm sagen, daß ich von einem Mann ein Geschenk bekomme, den er ja gar nicht kannte. Das hätte nach Affäre ausgesehen…und da das nicht stimmte, hatte ich Angst, daß er das eben denken könnte. Ich wollte ihm noch das mit der Mail sagen, die mein Kumpel erst so urspät gelesen hatte… aber ich kam nicht mehr dazu. Mein Schatzi unterbrach mich und ich bat ihn immer wieder, daß er mich doch ausreden lassen soll, mir war es so wichtig, ihm das zu sagen, daß er mir zuhört…



Paradoxes

Paradoxerweise gibt es hier wohl auch eine Doppelmoral, die mich sehr traurig macht. Ich bekam einen Anhänger mit einer Symbolik „die Ziele zu erreichen“. Die Geschenke die er von seiner Ex-Freundin bekam waren ein Kissen, Herzchen,… Herzchen?! Klar es stand Friends drauf. Aber das könnte ich, wenn ich böswillig und gemein wäre, auch als Tarnung deuten. Oder das Kissen? Kissen steht für Schlafen. Schlafen… = Schlafzimmer = intimer Bereich. Was habe ich gemacht? Ich habe mich für meinen Schatz gefreut, daß er Aufmerksamkeiten bekommen hat. Und im Bezug auf den Anhänger den ich von Peter bekommen hatte, und um mal ganz ehrlich und realistisch zu sein, ich kann doch nichts dafür, wenn er sich auch noch den gleichen Anhänger zugelegt hat, den ich habe um damit eine vermeintliche, wohlgemerkt von ihm aus einseitige, Verbundenheit hineininterpretiert. Für mich stand es lediglich dafür meine (wohl zu hoch gesteckten) Ziele zu erreichen: Job finden, Scheidung hinter mich bringen und mit meinem Schatz glücklich werden. Peter hat als Alkoholiker auch Ziele, die ebenfalls hochgesteckt sind – nämlich mit seiner Sucht klarzukommen um mit seinen 3 Kindern und 2 Hunden ein Leben führen zu können. Aber damit hatte ich nichts zu tun. Das war sein Ding und nicht meins.



Realistisches

Später beschäftigte ich mich dann wieder mit meinem Blog – noch immer hänge ich mit meinen Artikeln hinterher. Dann telefonierte ich wieder mal und auch vor der Glotze nahm ich wieder mal Platz, bis ich irgendwann genervt in den Keller stürmte, wo die Waschmaschine lief. Merkwürdigerweise pfeift es neuerdings immer, wenn irgendwo warmes Wasser rausgezogen wird aus der Leitung. Ein ekeliger Dauerpfeifton. Nachdem das nervende Ding Ruhe gab, kroch ich dann müde und traurig in mein Bettchen. Mein Stoffkrokodil verbog ich dann so um mich herum, daß es mich „in den Arm“ nahm. Ja… so sieht sie aus. Meine Welt aus Missverständnissen, pfeiffenden Waschmaschinen und Stoffkrokos.



Panthera Tigris


 

von Panthera Tigris - veröffentlicht in: mein Tag, mein Leben - Community: Alltagswahnsinn
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