An diesem Morgen, als ich langsam wach wurde, fühlte es sich an, als wäre ich zeitversetzt worden und zwar zu dem Zeitpunkt zurück,
als die Trennung noch sehr frisch war. Ich weinte, bevor ich meine Augen überhaupt öffnen konnte. Noch immer ist in mir diese Verzweiflung und dieser Wunsch, daß das alles nie geschehen wäre und
mein Schatz und ich uns so nahe sind, wie letztes Jahr um diese Zeit und wie es der ausgesprochene Wunsch zu Silvester war. Es schmerzt sehr zu sehen, wie draußen der Frühling sein bestes gibt
und an den letzten Frühling erinnerte und den darauffolgenden wunderbaren Sommer, Herbst… Winter…
Cissy
Mein lieber Noch-Ehemann war zwischenzeitlich mal wieder am jammern, weil er seine Mails nicht abrufen konnte. Klar, ich hatte dafür
gesorgt. Der arme Kerl – der hat Sorgen. Ich bin an einem Punkt, wo ich gerne alles dafür tue, um den Spieß mal herumzudrehen – alles zu tun, damit er es mal unangenehm hat. Ja, es wird Zeit, daß
er für die letzten 6 Horrorjahre anfängt seine Rechnungen zu begleichen. Ich war lang genug ruhig, habe mir zu viel gefallen lassen…
Sisters
Nach dem Mittagessen bei meiner Ma, sie hatte mich mal wieder zum Futtern herzitiert, fuhren wir wieder zu meiner Schwester in die
Klinik. Dort erzählte ich ihr dann das erste Mal die ganze Geschichte von meinem Schatz und mir und wie es mir geht. Meine Ma war zwischenzeitlich mal aus dem Raum und so konnten wir ein
„Sister-to-Sister“-Gespräch führen. Ihre Blicke sagten mir, daß sie mit mir fühlte und es machte sie traurig, ihre kleine Schwester so zu sehen. Sie sah, daß ich aber trotzdem kämpfte… wie schon
so oft in meinem Leben. Tränen kullerten über meine Wangen, die ich mir aber dann schnell wegwischte und aus dem Fenster guckte, damit unsere Ma das nicht mitbekam. Wir beschlossen dann in die
Cafeteria zu gehen um unser Ritual-Eis einzunehmen. Wir saßen draußen in der Sonne und während die 2 anderen die laue Luft und die Sonnenstrahlen genossen, durchbohrten die Erinnerungen
minutenweise mein Herz. Ich versuchte mir nichts anmerken zu lassen. Ich wollte nicht schon wieder die Stimmung killen. Die Fortschritte die meine Schwester nun mittlerweile macht, sind nach wie
vor toll. Sie kann nun ganz gut vom Rollstuhl ins Bett „klettern“ und umgekehrt. Später nahmen wir noch an einer Therapiestunde meiner Schwester teil… Die Therapeutin war etwas strange und meine
Schwester sollte „Klicki-Bunti-Bilder“ ausmalen. Sie war viel zu gut dafür. Da sieht man mal, wie gut die Therapeuten vorbereitet sind – nämlich gar nicht. Die Therapeutin fragte dann noch, wie
alt ich sei und ich ließ sie schätzen. Ich war an diesem Tag ungeschminkt und hatte nen Zopf – natural Look sozusagen – Sie schätzte mich auf 25. Danke. Entweder ist die echt so blöd, oder ich
sehe wirklich noch so jung aus, wobei mir die letztere Variante natürlich lieber ist.
Don't think just do
Nach der Therapiestunde gab es für meine Schwester Abendessen und wir
verabschiedeten uns und fuhren wieder heimwärts. Später saß ich, wie immer abends, vorm PC und schaute mir via Lifestream das Finale von DSDS an. Zwischendurch wieder ein Telefonat mit meinem
besten Kumpel. Ich erzählte ihm von meinem Tag und er mir von seinem. Irgendwann war ich dann wieder müde genug, um ohne Nachzugrübeln in mein Bett zu rutschen. Kroki wartete schon auf mich und
gemeinsam schlummerten wir ein…. Mein treues grünes Stoffkrokodil… das einzige, was mich nachts „beschützt“ und mir das Gefühl gibt, nicht ganz so
alleine zu sein.
Panthera Tigris
| Februar 2010 | ||||||||||
| M | D | M | D | F | S | S | ||||
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | ||||
| 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | ||||
| 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21 | ||||
| 22 | 23 | 24 | 25 | 26 | 27 | 28 | ||||
|
||||||||||