Auch diesen Morgen wachte ich wieder sehr traurig auf. Ich kann mich nur ganz schwach an die Zeit erinnern, wo ich morgens die Augen aufmachte, auf die Unterseite
der Zimmerlampe von meinem Schatz blickte, mich zu ihm drehte, seinen Atem spürte und ihn wie er schlief beobachtete. Schwach und dennoch schmerzlich war die Erinnerung daran, wie er sich nachts
immer an mich heran gekuschelt hat. Jene Momente, wo man ein bisschen wach wird aus dem Schlaf und nach dem anderen die Hand ausstreckt, die Wärme und Nähe sucht und sie dann findet, sobald man
den anderen zärtlich und liebevoll berührt. Man sinkt wieder in die warmen Federn, atmet tief durch, nimmt dabei die Nähe des anderen wahr und fühlt sich einfach nur leicht und
geborgen.
Troublemaker
Ich zwang mich heute Morgen aufzustehen, machte mir einen Kaffee und versorgte meine Vögel und machte meine PC an. Im Laufe des Tages
tauschten mein Schatz dann noch Mails aus – es ging darum, daß einer aus der Community wo wir uns kennengelernt haben, sich sehr suspekt verhalten hat. Er hatte meinen Schatz angeschrieben und
sehr gezielt nach seiner Freundin und seiner Liebe gefragt – Auch mich „beobachtet“ schon seit einiger Zeit ein User, der mir etwas suspekt vorkommt. Manche User sind unauffällig – manche einfach
nur unheimlich und das war wohl so einer der 2. Sorte.
Chickensoup for the soul
Ablenkung gab es dann, als der Postbote klingelte. Das Buch was ich von meinen Online-Gutscheinen bei Amazon für meine Schwester
gekauft hatte, kam endlich an. Da wird sie sich freuen. Ich schrieb ihr noch eine Widmung hinein. Ja. Darüber wird sie sich wirklich freuen. Den restlichen Tag verbrachte ich dann mit weiteren
Bewerbungen schreiben. Aß zwischendurch hauptsächlich Süßigkeiten. Mir ist momentan einiges sowas von egal und meine Ernährung gehört auch dazu. Ich muß mir mein Futter erst mal wieder richtig
verdienen und das tu ich eben nicht. Ich bin erfolglos in Sachen Job, glückliche Partnerschaft,…. Schlägt man im Duden das Wort Unzufriedenheit auf, taucht ein Portrait von mir auf. Obwohl ich
heute wirklich sehr viele Bewerbungen geschrieben hatte, hatte ich das trotzdem das Gefühl, daß der Tag für mich sinnlos und wertlos gewesen ist.
Not the same
Zwischendurch telefonierte ich noch mit meiner Ma und mit meinem besten Kumpel. Aber so richtig wohl fühlte ich mich nicht. Was würde
ich jetzt für eine Umarmung geben. Den Moment spüren, wo ich mich „gehalten“ fühle. Gehalten von einem Menschen, den ich liebe und der mich liebt. Klar, meine Ma könnte mich in den Arm nehmen und
knuddeln. Aber das ist nicht das gleiche… was ich brauche, ist … so unerreichbar geworden.
Rescue me
Auch diesen Abend verbrachte ich am PC. Eigentlich wollte ich noch weitere Bewerbungen schreiben, aber ich merkte, wie arg meine Konzentration nun flöten ging. Also ließ ich das Ganze und klickte mich noch ein wenig durchs Internet, bis ich so müde war, daß ich im Halbschlaf ins Bett eierte – bloß nicht nachdenken. Ich lag im Bett und nahm die Kette von meinem Schatz behutsam in meine rechte Hand und wünschte mir, ich könnte noch einmal seine Nähe spüren.
Panthera Tigris
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