Heute Morgen wachte ich – wie immer – auch wieder mit diesem dumpfen Gefühl auf. Nach wie vor dachte ich an meinen Schatz. Ich
startete wie immer in den Tag – allerdings in etwas verdrehter Reihenfolge, was das Ganze, also den Ablauf an sich, etwas verlangsamte. Ich habe irgendwo mal gelesen, daß damit die
08/15-Schlüsselreize etwas gefordert sind und man Routine-Aufgaben wieder etwas mehr Aufmerksamkeit schenkt. Na zumindest hat mich das ganze etwas durcheinander
gebracht…
Klinik-Tour
Im Laufe des Vormittages fuhr ich zu meiner Ma und gemeinsam fuhren wir dann wieder zu meiner Schwester in die Klinik. Sie hatte
erhöhten Blutdruck und war richtig rot im Gesicht – wir machten uns verständlicherweise gleich wieder Sorgen. Nichts desto Trotz freute sie sich über das Buch, welches ich ihr geschenkt habe.
„Hühnersuppe für die Seele – für Tierliebhaber“. Ich selbst kannte es nur vom Höhrensagen und von den guten Kritiken. Mein Bauchgefühl sagte mir, daß es etwas sein wird, was meiner Schwester
gefällt. Und so war es auch. Wir blieben dann eine Weile, aßen unser Ritual-Eis und fuhren dann wieder heimwärts.
Lebenszeichen und Utopien
Später bekam ich eine Mail von meinem Schatz. Er war recht kurz angebunden. Er hat noch immer so viel Stress im Job, was mir total leid tat. Wie gern würde ich etwas für ihn tun, was ihm diesen Stress nimmt (und wenns das Kündigen seiner Kollegen wäre…). Mir half immer, wenn
ich so viel Stress im Job hatte, daß ich Joggen gehe. Das schönste Anti-Stress-Mittel war aber der grandiose Sex mit ihm… bzw. überhaupt bei ihm zu sein. Joggen darf ich ja aktuell nicht mehr…
wegen meinem Knie… und auch das andere ist für mich unerreichbar geworden…
Was wäre wenn?
Am Nachmittag fuhren wir mit der Hündin von meiner Schwester zum Verbandswechsel zum Tierarzt. Da wir noch etwas Zeit hatten, drehten
wir noch eine Runde, damit die kleine Maus sich noch lösen konnte. Ich wackelte neben ihr her und hielt die ganze Zeit unbewusst den Anhänger meiner Kette in der linken Hand… Den Anhänger der
Kette, die mein Schatz mir zum 1jährigen schenkte… Beim Tierarzt war ich dann kurz abgelenkt. Mein Tierarzt ist wirklich ein sehr charmanter Mann, gutaussehend, fachlich absolut top und…
glücklich verheiratet. Aber ich brauche ihn ja gottseidank nicht heiraten um einen Termin bei ihm zu bekommen. Wir kennen uns ja schon einige Jahre und er hat auch in meinem Leben (und an mir)
Veränderungen mitbekommen. Er nahm mich zur Seite und sagte, daß ich doch wieder sehr abgenommen hätte und was man dagegen tun könnte. Ich sagte ihm mit einem gespielten Humorton: „neuer Job, neue Wohnung und neuen Freund…“ Er strich mir freundschaftlich über den Rücken und meinte dann, daß er ja leider verheiratet sei, sonst
würde er „einspringen“…. Scherzkeks. Zugegeben, er ist schon die Art Mann, die meine Aufmerksamkeit auf sich zieht und eine gute Partie wäre er als Tierarzt mit Sicherheit auch – gerade bei dem
ganzen Kleintierzoo, den ich beherberge… Aber wie gesagt… glücklich verheiratet und es ist gegen meine Natur ein vorhandenes Glück zu intrigieren. Was für mich ein Tabuthema ist, ist für andere
ein – leider zu oft – erfolgreiches Hobby.
Geklaute Routerdaten
Später daheim wurde ich dann wieder mit der Macht meines Noch-Ehemanns konfrontiert. Dank der Unfähigkeit der Telekom einen Account so umzuschreiben, daß der ehemalige Vertragspartner keinen Zugriff mehr hat, war es ihm möglich, neue Routerdaten abzufragen. Sobald dieses geschieht, werden die aktuellen Routerdaten gelöscht bzw. gesperrt. Folge. Bis zur Eingabe der neuen Daten geht kein Internet mehr. Dieses hat er dann auch so gehandhabt und ich saß dann da ohne Internet. Er weiß genau, daß meine komplette Jobsuche darüber läuft. Eine berechtigte Wut in mir machte sich breit. Ich rief bei der Telekom an und fragte nach, ob es eine Störung sei. Ist es nicht. Man klärte mich dann bezüglich der Routerdaten auf. Dieser Mistkerl! Da es kurz vor Mitternacht war, war auch die 24 Stunden-Hotline nicht in der Lage, mir hier zu helfen. Ich sollte am darauffolgenden Tag um 7 Uhr anrufen. Ich fragte die Dame am anderen Ende der Leitung, warum dann eine 24 Stunden-Hotline eingerichtet wird, die scheinbar nur von 7 bis 16 Uhr „helfen“ kann. Ich erfuhr dann, daß ich frühestens 6 Tage später wieder online sein könnte. Das ging nun absolut nicht. Ich legte mir meine Unterlagen neben das Bett, stellte meinen Wecker auf kurz vor 7 und hoffte, daß die Nacht schnell um ist, damit ich dieses Problem endlich aus der Welt schaffen konnte.
Panthera Tigris
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